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Japanische Verben: wie sie konjugiert werden

Japanische Verben sind in einer Hinsicht einfacher als deutsche und in einer anderen tückischer: Sie ändern sich nicht nach der Person — 食べる gilt für ich, du, er und wir — aber sie ändern die Form für Höflichkeit, Verneinung, Zeit und die Verbindung zwischen Sätzen.

Alles hängt an einer einzigen Information: zu welcher der drei Gruppen das Verb gehört. Ist das geklärt, folgt jede Form aus festen Regeln — ohne die Hunderte Unregelmäßigkeiten, die wir gewohnt sind.

Die drei Gruppen, und warum sie zählen

Gruppe 1 (godan) ist mit Abstand die größte: alle Verben, die nicht auf る enden, plus viele, die es tun. Gruppe 2 (ichidan) versammelt die auf -iru oder -eru: die gutmütigen, die nur る verlieren. Gruppe 3 hat genau zwei Mitglieder, する und 来る — und das sind die beiden, die du am häufigsten brauchst.

Die Ausnahmen, die nach Gruppe 2 aussehen

Manche Verben enden auf -iru oder -eru, verhalten sich aber wie Gruppe 1: 帰る (heimgehen), 入る (hineingehen), 走る (laufen), 切る (schneiden), 知る (wissen). Es sind rund zehn, und sie müssen auswendig gelernt werden. Es ist die einzige Stelle im ganzen System, an der Japanisch verlangt, einer Liste statt einer Regel zu vertrauen.

ます ist nicht die Gegenwart

ます markiert Höflichkeit, nicht Zeit. 食べます kann «ich esse» oder «ich werde essen» heißen: Japanisch unterscheidet nur Vergangenheit und Nicht-Vergangenheit, die Zukunft liefert der Zusammenhang oder ein Wort wie 明日. Das Paar, das man lernt, heißt deshalb nicht Gegenwart/Zukunft, sondern einfach/höflich.

Die て-Form ist der Schlüssel zu allem

Sie hat keine eigene Zeitstufe und öffnet trotzdem die meisten Türen: Sie verbindet zwei Sätze («ich esse und gehe dann raus»), bittet mit 〜てください, beschreibt eine laufende Handlung mit 〜ている, erlaubt etwas mit 〜てもいい. Wer die て-Form kann, bekommt die Vergangenheit gratis dazu, denn sie folgt genau denselben Regeln.

Die vier Formen, die du zuerst brauchst

Ein Verb, vier Umformungen: höflich (ます), einfache Verneinung (ない), einfache Vergangenheit (た) und die て-Form. Unter jeder Form steht die Lesung, denn bei 来る bleibt das Kanji stehen, während die Lesung jedes Mal wechselt — die klassische Falle.

Verb (Wörterbuchform)Höflich ますVerneint ないVergangenheit たて-Form
書くかくschreibenGruppe 1書きますかきます書かないかかない書いたかいた書いてかいて
買うかうkaufenGruppe 1買いますかいます買わないかわない買ったかった買ってかって
読むよむlesenGruppe 1読みますよみます読まないよまない読んだよんだ読んでよんで
話すはなすsprechenGruppe 1話しますはなします話さないはなさない話したはなした話してはなして
食べるたべるessenGruppe 2食べますたべます食べないたべない食べたたべた食べてたべて
見るみるsehen, anschauenGruppe 2見ますみます見ないみない見たみた見てみて
するtun, machenUnregelmäßigしますしないしたして
来るくるkommenUnregelmäßig来ますきます来ないこない来たきた来てきて

Wie die て-Form gebildet wird (Gruppe 1)

Gruppe 2 ist trivial: る weg, て dran (食べる → 食べて). する wird zu して, 来る zu 来て. Die ganze Schwierigkeit liegt in Gruppe 1, wo die letzte Silbe des Verbs entscheidet.

EndungWird zuBeispiel
う・つ・るって買う買って
む・ぶ・ぬんで読む読んで
いて書く書いて
いで泳ぐ泳いで
して話す話して
行く行って行く行って(Ausnahme)

Dieselben Regeln liefern die einfache Vergangenheit: einfach て zu た und で zu だ — aus 読んで wird 読んだ, aus 書いて wird 書いた.

Wirklich konjugieren, nicht nur auf dem Papier

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Häufige Fragen

Endet es nicht auf る, ist es Gruppe 1. Endet es auf る, schau auf den Vokal davor: a, u oder o heißt Gruppe 1 (作る, 乗る); i oder e heißt meist Gruppe 2 (見る, 食べる) — abgesehen von den etwa zehn Ausnahmen wie 帰る und 入る.

ます, damit du sofort mit jemandem sprechen kannst — aber die einfache Form kommt gleich danach: Sie ist die Basis für Verneinung, Vergangenheit, Konditional und alles Weitere, und sie steht in jedem Buch, Manga und Untertitel.

Es ist die einzige Ausnahme von der Regel für Verben auf く und muss so hingenommen werden. Alle anderen benehmen sich: 書く gibt 書いて, 聞く gibt 聞いて.

Nein, und das ist das große Geschenk des Japanischen: 食べる gilt für ich, du, er, wir und sie. Wer handelt, ergibt sich aus dem Zusammenhang und wird in den meisten Sätzen gar nicht genannt.

Etwa achtzig Grundverben decken den Stoff. Den Unterschied macht aber die Konjugation: zwanzig Verben in allen Formen zu können bringt mehr als hundert nur in der Wörterbuchform.

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